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Elvira ist in der ersten Stunde ihres Abendkurses der Umschulungsmaßnahme zur „Assistentin für Bankmanager“, weil sie eine Putzmittelallergie hat. Der Dozent Dr. Bankboss kommt in den Raum und sagt: „heute erkläre ich Euch „Cum-Ex-Deals“. Heute erkläre ich Ihnen wir man den nirwanischen Fiskus richtig bescheisst.“

„Boh toll“, denkt Elvira. „Das will ich auch.“

„Kann jeder“, sagt Dr. Bankboss

„Also aufgepasst: Der Aktionär A ist Inhaber einer Aktie der S AG. Am Tag der Hauptversammlung beschließt die S AG eine Dividendenausschüttung. A kassiert die Dividende und zahlt die Kapitalertragssteuer und erhält eine Steuergutschrift über die gezahlte Kapitalertragssteuer. Gleichzeitig machen B als Verkäufer und C als Käufer vor dem Dividendenstichtag einen Leerverkauf über die Aktie des A inklusive des Anspruchs auf die Dividendenausschüttung (Cum-Dividende). Nach dem Hauptversammlungstag kauft B die Aktie von A und übereignet die Aktie des A tatsächlich an C ohne Dividendenanspruch (Ex-Dividende). B und C und die Depotbank zahlen keine Kapitalertragssteuer. Eine Steuergutschrift wird dennoch erteilt, weil B dem C eine Dividendenkompensationszahlung macht; also einen Ausgleich dafür leistet, dass B dem C die Aktie ohne Dividendenanspruch übereignet. Daneben werden weitere Leerverkäufe durchgeführt und weitere Steuergutschriften erstellt.“

„Also wird die Steuer einmal bezahlt und mindestens zweimal erstattet?“, kombiniert Elvira.

„Genau und alle wissen das und dennoch wird bezahlt. Ganz legaler Beschiss“ freut sich Dr. Bankboss.

„Super“, sagt Elvira, „kann ich das auch“.

„Nein, der Betrug wird nur für die Reichen zur Verfügung gestellt. Wissen Sie doch: der Teufel kackt immer auf einen großen Haufen. Ha. Ha. Har. Hahr.“

„Wieso wird denn keiner bestraft?“ fragt Elvira.

„Na, weil alle dabei waren“, lacht Dr. Bankboss. „Immer wenn der Betrug groß genug ist, wird keiner bestraft. Haben wir doch auch bei der Libor-Zinssatz-Manipulation“ gesehen.

„Wieso erstattet, denn das Finanzamt Steuern, die keiner bezahlt hat?“, wundert sich Elvira.

„Ganz einfach“ erläutert Dr. B. „wir haben den Finanzämtern damals erzählt, dass eine Dividendenkompensationszahlung auch eine Einnahme sei, die zu versteuern ist, haben diese aber nie versteuert. Wir haben den Finanzbehörden auch erzählt, dass wir, die Banken, die Steuern einbehalten haben. Haben wir auch, aber nicht abgeführt“ schreit sich Dr. Bankboss weg.

„Das ist doch Betrug“ regt sich Elvira auf.

„Wieso es wurde doch sogar vom damaligen Finanzminister Bar Beinbock abgesegnet. Der hat dann ein Gesetz gemacht, dass der Betrug nur noch mit ausländischen Banken geht“ grunzt Dr. Bankboss weiter. Der Finanzminister Bar Beinbock war auch im Aufsichtsrat der nirwanischen Staats-Bank EGBEH, die eifrig bei den Cum-Ex-Deals mitgemacht hat und für Vorträge bei Banken hat er viel Geld erhalten. Warum wohl?“ lacht Dr. Bankboss inzwischen atemlos vor Freude über die Dummheit der Strafverfolgungsbehörden. „Im Kongo nennt man das Bestechung. Bei uns nennt man das Wirtschaft und Lobbyismus“, freut sich Dr. Bankboss „Aber es wird noch besser“ führt der Dozent aus. „Nach einer Weile wurde ein anderer Finanzminister. Der hat das dann auch noch 4 Jahre geduldet. Warum sollte er es auch unterbinden. Ist doch ein gutes Geschäft der Parteifreunde.“ schreit sich Dr. Bankboss weg.

„Aber Elvira, verehrteste, wie gesagt, der Betrug liegt hier weit über 100 Milliarden Euro. Da können nur die Reichen mitspielen. Bestraft wird hier niemand. Oder meinen Sie ein Staatsanwalt will hier seinen Job riskieren?“

„Jetzt haben die einen Untersuchungsausschuss eingesetzt vom Parlament in Nirwana. Aber die rauchen nur Joints und attestieren sich Straffreiheit“, lacht Dr. Bankboss in schwerer Atemnot.

Elvira kann es kaum glauben, dass dieser Betrug nicht verfolgt wird, aber jede Krankenschwester beim Aufessen von Speiseresten wegen Unterschlagung verurteilt wird. „aber ich habe ja auch keine Ahnung,“ denkt Elvira. „Es ist alles gut in Nirwana“.

 

Eure Satire Redaktion der Volkspost

 

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