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Der Höhenflug von Eintracht Frankfurt
In der letzten Saison fast abgestiegen und nun eine der größten Überraschungen in dieser Saison. Das ist ohne Zweifel die Eintracht aus Frankfurt. Was sind die Gründe hinter dem Erfolg?
Seit dem Aufstieg in der Saison 2011/2012 in die erste Bundesliga, nach einem Jahr Zweitklassigkeit, ist man drei Jahre im Mittelfeld der Bundesliga unterwegs gewesen. Mal im oberen, mal im unteren Mittelfeld. Letztes Jahr dann aber ein Jahr, in dem es nicht wirklich rund lief, in der Relegation trotzdem die Erstklassigkeit behalten werden konnte.

Viel ist dieses Jahr passiert: Zum Beispiel der Rauswurf von Armin Veh, die Krebsdiagnose bei Kapitän Marco Russ und die Relegationsspiele gegen Nürnberg. Auch wenn das Jahr bis jetzt viele Tiefpunkte hatte, ist die Eintracht im Moment auf jeden Fall auf einem Höhenflug.Diese Saison läuft bis jetzt ausgesprochen ruhig, mit sehr zufriedenstellenden Ergebnissen, denn sie stehen auf dem vierten Tabellenplatz. Sie haben sich unglaublicher Weise zu einem Top-Team-Bezwinger entwickelt und einigen großen Teams immense Schwierigkeiten bereitet. Mit sieben Siegen und erst zwei Niederlagen aus den ersten zwölf Spielen haben wohl die wenigsten gerechnet. Mit Erfolgen gegen: FC Schalke 04, Bayer Leverkusen, 1.FC Köln und dazu noch Unentschieden gegen FC Bayern, Borussia Mönchengladbach und Hertha BSC, wohl gar keiner.
Darüber hinaus wurde dieses Wochenende auch noch zu Hause der BVB mit 2:1 geschlagen. Gerade nach deren Sieg in der Meisterschaft, haben diese natürlich fest mit drei Punkten in Frankfurt gerechnet. Umso überraschender konnte der Heim-Dreier eingefahren werden.

Laut Transfermarkt haben die Frankfurter einen Gesamtmarktwert von 61,45 Mio. und stehen damit auf dem viertletzten Tabellenplatz. Nur SC Freiburg (45,65 Mio.), FC Ingolstadt (37,00 Mio.) und Darmstadt 98 (27,90 Mio.) haben einen geringeren Gesamtmarktwert. Umso beeindruckender ist der momentane Tabellenplatz. Nur zum Vergleich: Der FC Bayern München hat einen Marktwert von 582,25 Mio. Euro und Borussia Dortmund von 351,50 Mio. Euro.
Das Trainerteam hat einen großen Anteil am Erfolg und dieser Platzierung. Seit letztem Jahr führen die Kovac Brüder die Mannschaft als Trainergespann an. Sie haben es geschafft, dass die Eintracht ein ziemlich schwer zu bespielender Gegner geworden ist. Nicht immer ist das schön mit anzugucken, aber der Erfolg gibt ihnen Recht. Außer dem 3:0 gegen den HSV waren alle Spiele ziemlich knapp. Fünf Siege wurden mit einem Tor Unterschied gewonnen. Dass sieht Niko Kovac genauso: „Wir sind keine Mannschaft, die drei oder vier Tore pro Spiel schießt“, es ist aber momentan so, dass „wir dem Gegner unseren Spielstil aufzwingen können“. Als Erfolgsrezept nennt dieser auch die Flexibilität im Spiel: „Wir können verschiedene Systeme spielen“.

Außerdem werden momentan einfach die richtigen Entscheidungen getroffen. Aymen Barkok ist das beste Beispiel dafür. Im Spiel gegen Werden Bremen wird der erst 18-Jährige, der eigentlich noch in der A-Jugend spielen könnte, eingewechselt und erzielt kurz vor Schluss den Siegtreffer zum 2:1.

Auch vor der Saison wurde ein glückliches Händchen bewiesen. Für clever Transfers, darunter Taleb Tawatha (24, Maccabi Haifa), Omar Mascarell (23) und Jesús Vallejo (19, beide Real Madrid), Michael Hector (24, FC Chelsea), Guillermo Varela (23, Manchester United), Shani Tarashaj (21,FC Everton) und Branimir Hrgota (23, Mönchengladbach) gab man lediglich 2,2 Millionen Euro aus. Einige junge Spieler wurden von namenhaften Vereinen ausgeliehen. Dennoch ist auch ein großes Risiko eingegangen worden und der Erfolg war nicht vorprogrammiert. Denn im jetzigen 30-Mann-Kader sind zum Beispiel 20 Legionäre dabei. 16 Spieler aus dem Kader haben nur einen Vertrag bis 2017, viele davon sind nur ausgeliehen. Deshalb ist eine langfristige Arbeit kaum möglich.

Dennoch darf in Frankfurt der momentane Höhenflug einfach genossen werden, denn mit 24 Punkten stand man zum jetzigen Zeitpunkt noch nie besser in einer Saison da, seit es die 3-Punkte-Regel gibt. Der Umbruch aus dem Sommer hat viele positive Überraschungen zu bieten und kann auch den langjährigen Sportdirektor Heribert Bruchhagen, der den Posten nach 13 Jahren abgegeben hatte, mit den aktuellen Entwicklung zufrieden stimmen.

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