Freier Öffentlicher Nahverkehr für Alle

Eine tolle Idee – eine schwierige Umsetzung.

Deutschland – Die Bundesregierung hat vorgeschlagen, nach einer Einführungsphase in allen deutschen größeren Städten den unentgeltlichen Öffentlichen Nahverkehr einzuführen. Endlich! Eine gute Idee! Nach repräsentativen Schätzungen würden sich die Nutzer des ÖPNV ca. verzehnfachen. Damit ist schon erwiesen, dass ein kostenloser ÖPNV für ALLE eine Verbesserung des Umweltschutzes darstellen würde. Zudem würde sich auch das Bewusstsein der Menschen nachhaltig ändern. Mit dem Bus oder der Bahn zu fahren würde sich als „normal“ durchsetzen. Bus fahren wäre kein Zeichen mehr von Armut. Das Denken mancher Autofahrer „Die armen Schweine warten dort auf den Bus“ würde sich verändern. Gleichzeitig kann jeder der es für erforderlich hält nach wie vor mit dem Auto fahren. Vielleicht könnte der unentgeltliche ÖPNV noch durch eine „Automaut für Städte“ unterstützt werden.

Die Kritiker verweisen auf den Umstand, dass die Bundesregierung diese Idee nur verfolgt hat, weil das Fahrverbot in einigen Städten für Dieselfahrzeuge droht. Dieses Argument ist richtig. Na und? Jedoch kann dem Argument entgegnet werden, dass die Motivation für die Entscheidung sekundär ist. Das Ergebnis zählt. Und das Ergebnis wäre toll.

Allerdings ist auch klar, dass für eine deutschlandweite Umsetzung noch einige Jahre ins Land gehen werden. Die Finanzierung ist noch weitgehend ungeklärt. Auch wäre zu Bedenken, dass die ländlichen Regionen ebenfalls von dieser Idee profitieren sollten. Aktuell nehmen die ÖPNV bundesweit ca. 12 Milliarden Euro pro Jahr ein. Ein bundesweiter kostenloser ÖPNV würde bei einer geschätzten Verzehnfachung der Fahrgäste über 100 Milliarden Euro pro Jahr kosten. Die Finanzierung wäre eine Herkulesaufgabe.

Daher ist der kostenlose ÖPNV für alle: Eine tolle Idee – eine schwierige Umsetzung.

Redakteur