Internetwerbung ohne Kontrolle: Warum Deutsche Unternehmen für den Dschihad werben

Deutschland – Wie die Sendung „Report München“ am 13.02.2018 in der ARD berichtete streuen viele Online-Werbeagenturen Ihre Werbung über komplizierte Programme ausschließlich nach sog. „Klick-Raten“. Das bedeutet, der Werbewert einer Homepage richtet sich ausschließlich nach deren Seitenaufrufen im Internet. Je mehr Seitenaufrufe es gibt, je höher ist der Werbewert. Dabei spielt der Inhalt der einzelnen Werbeseiten keine Rolle. Viele Onlinewerbeagenturen schalten die Werbung ihrer Kunden automatisiert ohne Kontrolle der Seiten nach deren Klickraten.

Kunde (z. B. Deutsche Post AG) –> Online Werbeagentur -> automatisiertes Verfahren -> Homepage

So kann es vorkommen, dass renommierte deutsche Unternehmen, wie z. B. die Deutsche Post AG oder die Postbank auf einmal als Werbeträger auf einer Internetseite Werbung haben, die z. B. für den Dschihad wirbt.

Deutsche Post Bank neben den Sätzen „Tötet die Homosexuellen“ oder „Tötet die Ungläubigen“

Dabei ist den Unternehmen der Ort der Werbung im Internet sicherlich nicht bekannt. REPORT hat sowohl die Unternehmen wie auch Politiker im Deutschen Bundestag mit dem Ergebnis der Recherche konfrontiert. Sowohl die Unternehmen wie auch die Politiker zeigten sich sehr betroffen.

Auf diese Weise verdienen terroristische Netzwerke Millionen Euro.

Deutsche Unternehmen unterstützen auf diese Weise unbewusst verbrecherische Internetseiten. Ein brisantes Thema.

Müssen also künftig die Unternehmen selbst das Internet durchforsten um zu sehen, auf welchen Seiten ihr „guter Name“ steht? Zunächst bietet es sich an, dass die Unternehmen nur seriöse Online-Werbeagenturen aussuchen, die Werbung nicht auf dubiosen Seiten lancieren und einen vollen Überblick über die Werbeplätze haben. Ferner sollten die Unternehmen selbst, zumindest die größeren Unternehmen, in gewissen zeitlichen Abständen das Internet auf Einträge in ihrem Namen durchsuchen lassen. Falls dies nicht freiwillig geschieht muss der Gesetzgeber das Thema angehen.

Redakteur