Kleve: Anstiftung zum Mord am Staatsanwalt

Neuer Haftbefehl gegen Angeklagten der Schlüsseldienstmafia wegen versuchter Anstiftung zum Mord am Staatsanwalt

Paukenschlag im Prozess gegen die „Schlüsseldienstmafia“

Kleve – Wie die Rheinische Post am 06. Juni 2018 berichtete liegt gegen einen der beiden Angeklagten im Prozess gegen die „Schlüsseldienstmafia“ vor dem Landgericht Kleve nun ein Haftbefehl vor wegen einer versuchten Anstiftung zum Mord am die Untersuchung leitenden Staatsanwalt Timmer. Damit wird das aktuelle Verfahren wegen Wucher, Betrug, Steuerhinterziehung und Nichtabführung von Sozialabgaben in den Schatten eines Kapitalverbrechens gestellt. Der Vorsitzende Richter des Landgerichts Kleve Henckel verliest den neuen Haftbefehl gegen Ende des Verhandlungstages am 05. Juni 2018 – zuvor war dem Angeklagten S. der Haftbefehl verkündet worden. Dem Angeklagten S. wird vorgeworfen, sich an einen Mitgefangenen gewendet zu haben um bei diesem einen Mord am leitenden Staatsanwalt in Auftrag zu geben.

Der Mitgefangene sei zum Schein auf die Anstiftung eingegangen und habe sich jedoch stattdessen an die Staatsanwaltschaft gewendet und sein Wissen offenbart. Fraglich bleibt, was sich der Angeklagte S. dabei gedacht haben sollte, einen Mord am leitenden Staatsanwalt in Auftrag zu geben. Das Strafverfahren würde dann von einem anderen Staatsanwalt fortgesetzt. Eine geringere Strafe im Hauptverfahren ist dann erst recht nicht zu erwarten. Zudem: Die Aufklärungswahrscheinlichkeit würde bei Mord an einem Staatsanwalt bei nahezu 100 % liegen. Ein solches Unterfangen wäre wohl als extrem dumm einzustufen – unabhängig von der sozialen, moralischen und ethischen Verwerflichkeit.

Ist der Angeklagte S. so dumm? Wer ist der Mitgefangene, der die Behauptung aufgestellt hat? Wie wollte der Mitgefangene den Mordauftrag weitergeben? Wer hätte den Mord ausführen sollen? Ein einziger Zeuge für einen ungeheuerlichen Vorwurf. Es bleiben viele Fragen, die das neue Gericht zu klären haben wird.

Damit erhebt die Staatsanwaltschaft jetzt insgesamt fünf Vorwürfe gegen den 57-jährigen Angeklagten: Wucher, Betrug, Steuerhinterziehung, Nichtabführen von Sozialabgaben und versuchte Anstiftung zum Mord. Damit dürfte der Angeklagte lange Jahre hinter Gittern bleiben müssen, wie es dem Angeklagten bereits bei Prozessbeginn prognostiziert wurde. Wie die Rheinische Post weiter berichtete, hat die Staatsanwaltschaft den Verteidiger des 39-jährigen Angeklagten ebenfalls in den Beschuldigtenkreis einbezogen. Damit bröckelt die Verteidigung. Es sieht nach einem Start-Ziel-Sieg für die Strafverfolgungsbehörden aus. Die Schlüsseldienstmafia ist damit am Ende.

Redakteur