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Neue WM der Fussballvereine

Der Fifa-Präsident hält die Idee schon ab 2019 für realistisch.

Zürich – Gianni Infantino

“Der Wettbewerb ist nicht gerade begeisternd“, sagte der Schweizer in italienischen und spanischen Medien und spielt damit auf die aktuelle Klub-WM an, die in seinen Worten eine schwere Zeit durchlebt.

Seine Vision ist einen Wettbewerb mit 32 Mannschaften zu schaffen, der knapp 20 Tage im Sommer dauert, also etwa kürzer als die bekannte Fifa-Weltmeisterschaft, bei der die Nationalmannschaft teilnehmen. Er möchte die Klub-WM für die Vereine und die Fans der ganzen Welt wieder interessanter machen: „Der heutige Fußball ist nicht nur Europa und Südamerika. Die Welt hat sich verändert,“ berichtet der Fifa-Präsident in der katalanischen Zeitung „Mundo Deportivo“.

Es wird für die Fifa kein leichtes Unterfangen werden. Vor allem die Herausforderung für die Vereine, jeden Sommer mit allen Spielern solch ein Event zu haben, spricht für einen großen Mehraufwand.

Erst kürzlich hat sich Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsboss vom FC Bayern München, über die Terminflut im internationalen Fußball beschwert, in Bezug auf eine Vergrößerung des WM Turniers von 32 auf bis zu 48 Mannschaften: „Der Fußball-Kalender ist randvoll. Die Spieler sind längst überfordert. Die Verantwortung dafür tragen FIFA und UEFA. So darf es nicht weitergehen“.

Wir erleben immer wieder, dass die Spieler verletzungsanfälliger von den Turnieren wiederkommen. Für die Vereine der Premiere League bedeutet es zum Beispiel, dass die Spieler kaum noch Pausen haben, da es dort auch keine Winterpause gibt.

Rummenigge argumentiert weiter gegen die Terminflut: „Es geht exklusiv um die Gesundheit der Spieler. Ich sehe das doch bei uns. In meiner Zeit hatten wir einen Kader mit 16, 17 oder 18 Spielern. Heute sind 25 bis 30 nötig. Demnächst brauchen wir vielleicht 40 Spieler, wenn FIFA und UEFA in diesem Stil weitermachen. Unsere Spieler gehen auf dem Zahnfleisch. Die Spieler müssen inzwischen Tag und Nacht behandelt werden, damit sie überhaupt noch regenerieren können.“

„Mit mir als Vorsitzendem der ECA wird es keine Superliga als eigenständige Liga außerhalb der Verbände geben“, sagte der 61-Jährige Vorstandsvorsitzender der European Club Association (selbstständige und unabhängige Interessenvertretung der europäischen Fußballvereine, mit der Aufgabe den europäischen Fußball auf Vereinsebene zu schützen und zu fördern) und bezieht damit auch klar Stellung zu der Vision von Infantino.

Für uns als Fans wird es spannend zu sehen, wie sich das Projekt entwickeln wird, mit Chancen und Risiken für die Vereine und Fans. Denn sind wir mal ehrlich: Wir freuen uns immer in der Sommerpause auf den Beginn der Bundesliga und Spiele, wie in der Champions-League, versprechen, durch ihren Seltenheitswert, immer große Spannung und erzeugen Vorfreude.

Lassen wir uns (positiv) überraschen!

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