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Stuttgart 22 – Berliner Flughafen – Hamburger Elbphilharmonie

… erfolglose Großbauprojekte in Deutschland

Berlin – Der neue Top-Flughafen von Berlin, der BER Flughafen Berlin-Brandenburg, ist ein Beispiel für erfolglose Großbauprojekte in Deutschland. Geplant auf einer Fläche von 1470 ha mit vier Terminals und einer Kapazität von 27 Millionen Fluggästen pro Jahr sollte der neue BER – Flughafen ein neues Superlativ werden. Baubeginn war am 05. September 2006. Erster Fertigstellungstermin sollte der Oktober 2011 werden. Seitdem ist das Bauprojekt im Chaos verschwunden. Neuer Fertigstellungstermin soll 2017 sein. Ein Projekt mit ungewissem Ausgang.

Stuttgart 22 – Gestartet als Stuttgart 21 wird das Projekt heute ironischerweise Stuttgart 22 genannt – vielleicht bald Stuttgart 23 oder 24. Das Großbauprojekt ist ein Verkehrs- und Städtebauprojekt zur Neuordnung des Eisenbahnknotens Stuttgart und zur Errichtung der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm. Ein Blick auf die geographische Karte zeigt, welche Strecken dort koordiniert werden müssen. Der Stuttgarter Bahnhof selbst und die Zulaufstrecken sollen unterirdisch in Tunnel verlegt werden. Die Kosten des Bauprojekts wurden im Jahr 1995 zunächst mit Euro 2,46 Milliarden geschätzt. Mittlerweile werden Baukosten von Euro 7 Milliarden angenommen. Ende der Kosten und Bauzeit offen.

Hamburg – Die Elbphilharmonie in Hamburg ist eine Konzerthaus im Westen der Hafencity. Geschätzt wurden die Baukosten zunächst auf 80 Millionen Euro. Die Fertigstellung sollte im Jahr 2010 erfolgen. Tatsächlich erfolgt die Fertigstellung im Jahr 2017. Die Kosten haben sich auf 800 Millionen Euro verzehnfacht.

Drei Beispiele für erfolglose Großbauprojekte in Deutschland. Woran liegt es, dass Großbauprojekte in Deutschland aus dem Ruder laufen? Die Gründe sind vielschichtig.
Ein Hauptgrund für die extreme Kosten- und Zeitüberschreitung ist, dass die Planung im Zeitpunkt des Abschlusses des Bauvertrags oft nicht abgeschlossen ist. Eine weitere Planung nach Bauvertragsschluss – auch baubegleitende Planung genannt – führt zu zahlreichen Änderungen, die dann dem Bauunternehmen als sogenannter Nachtrag zusätzlich zu vergüten sind. Dies gilt auch bei sog. Pauschalpreisverträgen.  Gleiches gilt für Sonderwünsche und durch den Auftraggeber angeordnete Leistungsänderungen nach Abschluss des Bauvertrags. Die Liste der Kostensteigerungen wird durch Mängel und Insolvenzen, Falschplanungen und Falschlieferungen ergänzt. Ebenso kommen externe Störungen vor, wie z. B. Bombenfunde, kontaminierter Boden, schlechtes Wetter oder höhere Gewalt. Korruption erhöht ebenfalls die Kosten. Ein weiterer Grund ist, dass Projektkosten oft mit Absicht zu niedrig angegeben werden, damit das Projekt politisch durchgesetzt werden kann. Diese Gründe lassen eher auf Bauprojekte in Nigeria oder im Kongo schließen.

Doch dies ist ein Zustandsbericht aus Deutschland, dem selbst ernannten Musterland.
Die meisten der o.g. Fehler könnten leicht verhindert werden. Doch wer hat ein Interesse am störungsfreien Bauen. Antwort: Niemand. Die Politik begrüßt diese Herangehensweise, damit die Projekte politisch durchgesetzt werden können. Architekten und Bauunternehmen profitieren bei Ihrer Vergütung von nachträglichen Änderungen und Kostensteigerungen. Rechtsanwälte profitieren von Streitigkeiten. Der einzige Depp dabei ist der „dumme Steuerzahler.“ Also weiter so – erfolgloses Bauen in Deutschland als Wirtschaftsmotor. Kongo life

Redakteur

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