uebergewichtIn bildgebenden Untersuchungsverfahren sehen die Gehirne von Übergewichtigen 10 Jahre älter aus als in der Vergleichsgruppe von schlanken Menschen, fand eine Studie nun heraus.

Beispiel der Relation zwischen grauer (hier dunkelrot) und weißer(hier gelb) Hirnmasse.

Links: schlanke Testperson (56 Jahre alt und BMI von 19.5) Rechts: Übergewichtige Testperson (50 Jahre alt, BMI von 43,4, deutlich geringere weiße Hirnmasse).

BMI= Body-Mass Index

Das menschliche Gehirn baut mit zunehmenden Alter weiße Hirnsubstanz ab. Damit ist der Bereich gemeint, der für die Informationsverarbeitung zuständig ist. Daran ist an sich nichts außergewöhnliches, da es im Rahmen des natürlichen Alterungsprozesses zu sehen ist.

Eine wissenschaftliche Studie der Cambridge Universität belegte nun aber einen Zusammenhang zwischen Körpergewicht und Ausmaß an Verlust der weißen Hirnsubstanz. In vergleichenden, bildgebenden Verfahren (MRT/ Kernspint) sehen beispielsweise die Gehirne von Übergewichtigen 50- jährigen aus wie die von 60 – jährigen schlanken Menschen.

Laut Wissenschaftlern zeigt diese Untersuchung, dass noch viel mehr Forschung erforderlich ist um herauszufinden wie sehr das Übergewicht die menschliche Hirnfunktion tatsächlich beeinflusst.

Das wissenschaftliche Team des Zentrums für Alterungsforschung und Neurowissenschaften der Universität Cambridge, untersuchte die Kernspintbilder von 473 Personen im Alter von 20- 87 Jahren. Diese Testpersonen wurden dabei in eine Gruppe von schlanken und eine Gruppe von übergewichtigen unterteilt, deren Untersuchungsaufnahmen miteinander verglichen wurden.

In Ihren Untersuchungsergebnissen fanden sie heraus, dass es zwischen den beiden Untersuchungsgruppen signifikante Unterschiede in der dicke der weißen Hirnsubstanz gab. In der Gruppe der Übergewichtigen liess sich deutlich weniger weiße Hirnmasse nachweisen als in der Kontrollgruppe der schlanken Personen.

 

Menschen im mittleren Alter sind ‚anfällig‘

Bemerkenswerter Weise waren die in der Studie gefundenen Unterschiede der weißen Hirnsubstanz nur bei den Individuen nachweisbar, die sich im mittleren Alter befanden. Diese Tatsache scheint den Verdacht nahe zu legen, dass unsere Gehirne in diesem Alter besonders ‚anfällig‘ für diese Veränderungen sind.

Zwar gab es keine negativen Unterschiede der auffälligen Gruppe im Hinblick auf Lernfähigkeit, und kognitiven Fähigkeiten in den entsprechend durchgeführten Tests. Doch eine Verlaufsstudie die die weitere geistige Entwicklung der auffälligen Gruppe beobachtet sollte laut den Wissenschaftlern dringend erfolgen, um zu sehen welche der Testpersonen später beispielsweise eine Demenz entwickeln.

 

Die Leiterin der Studie, Dr. Lisa Ronan, von der Abteilung für Psychiatrie der Universität Cambridge, betont dass man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau sagen kann ob und in wie weit Übergewicht das Gehirn beeinflusst oder umgekehrt.,,Die Fettsucht ist ein sehr komplexes Feld. Wir wissen im Grunde noch sehr wenig darüber was es für wirkliche Auswirkungen auf den Körper hat, geschweige denn auf das menschliche Gehirn- hier stehen wir noch ganz am Anfang unserer Erkenntnisse“ so Ronan.

 

Prof. Sadal Farooqi, Mitarbeiter der Studie und Angehöriger der Abteilung für metabolische Wissenschaften der Universität Cambridge meint:,, Diese Arbeit legt nahe dass vor allem Menschen mittleren Alters ‚anfällig‘ für diese Gehirnveränderungen sind. Es wäre jetzt wichtig zu untersuchen, ob die Gehirn- Veränderungen sich beispielsweise durch Gewichtsverlust wieder normalisieren. Wir haben mit dieser Studie einen Ausgangspunkt gefunden um zukünftig viel tiefere Erkenntnisse über die Einflüsse von Gewicht, Ernährung und körperliche Bewegung auf die menschlichen Hirnleistungen und Erinnerungsvermögen zu gewinnen“.

 

 

 

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